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Essbare Wildkräuter und ihre natürliche Umgebung
Pflanzen, die in ihrer natürlichen Umgebung wachsen, wachsen niemals in Monokultur - wie zum Beispiel Radieschen im Garten oder Getreide auf dem Feld. Sie wachsen auch nicht in der Reihe wie Salat oder Blumen. Viele unterschiedliche Pflanzen wachsen scheinbar sinnlos und "wild" durcheinander. Vielleicht heißen sie auch deswegen Wildkräuter?
Überall, wo sich noch ein kleines Stück ursprüngliche Natur erhalten hat, finden wir immer Pflanzen aus unterschiedlichen Familien. Es stehen Gräser neben Taubnesseln, dazwischen wächst Vogelmiere und ein kleines Stück weiter finden wir wilden Schnittlauch. Oft genug erleben wir in unseren Blumenkästen solche wilden Überraschungen: Auch da macht sich mitunter gerne Vogelmiere breit.
Wildkräuter wachsen auch in unserem Garten: Auf der Wiese finden sich Gänseblümchen und Veilchen, unter den Bäumen Scharbockskraut und immer wieder zwischen den Blumen der selten geliebte Löwenzahn. Fälschlicherweise werden all diese wertvollen Wildkräuter meistens als "Unkräuter" bezeichnet und bekämpft.
Vitaminbomben im Frühjahr
Wildkräuter haben noch einen anderen Vorteil: Sie stehen am richtigen Ort und warten nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, um mit dem Wachstum im Frühjahr zu beginnen. Das heißt, sie wachsen immer zum genau richtigen Zeitpunkt. Das führt dazu, daß wir - je nach Kälte oder Wärme im Frühjahr - schon Anfang März oder auch erst gegen Mitte April die ersten Kräuter "ernten" können.
In frisch gesammelten Wildkräutern im Frühjahr ist die ganze Kraft für die gesamte Wachstumsperiode gespeichert. Deswegen können sie uns schon in kleinen Mengen viel nutzen. Sie helfen mit, den Winterschlaf zu beenden und die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben.
Aus meinem Garten
In meinem Naturgarten, der überwiegend ein Ziergarten ist, ernte ich: Blätter von Mohn, Astern und Margeriten, Triebe und Blätter der Glockenblume, Blätter von Malven, Rosenblüten, Blätter und Blüten von Gänseblümchen, Veilchen und Vergißmeinnicht, Gundelrebe, Bärlauch, Knoblauchrauke, Hopfen, Vogelmiere, Löwenzahn, Scharbockskraut, Taubnessel, Lungenkraut, Topinamburblätter und -knollen, Schafgarbe, Wegerich. Es gibt fast das ganze Jahr ein paar grüne Blättchen, die den täglichen Salat bereichern!
So schmeckts mir am besten
Ich esse Wildkräuter am liebsten - bunt gemischt - unter Blattsalate. Auch in Quark gerührt entwickeln Wildkräuter ihr kräftiges Aroma. Manchmal mache ich ein Omlett mit frischen Wildkräutern, die sich zum Dünsten eignen, z.B. Bärenklau. Ein Löwenzahnsalat pur ist eine Delikatesse für mich - mit Zwiebeln, Zitrone, Salz und Öl und mit heißen Speckwürfeln! Mmmhh ... Eine Sauerampfersuppe im Frühjahr darf nicht fehlen. Knoblauchrauke wird in Öl angesetzt und entwickelt ein sehr feines Aroma. Bärlauch muß auch unbedingt sein, denn frisch schmeckt er am besten!
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