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Sonne in der Waage - "Ich will mich ausgleichen"

Nach der Ernte 'stirbt' das Leben in den Pflanzen all­mählich.In den Pflanzen verlangsamen sich alle Prozesse und die Herbststürme fegen über das Land. Die Sonne ist seit Sommeranfang auf ihrem Abstieg. Jetzt ist die Tag- und Nachtgleiche des Herbstes, die Sonne hat ihren halben Ab­stieg geschafft. Ab jetzt sind die Tage kürzer als die Nächte. Die dunkle Jahreszeit be­ginnt. Nach allem sichtbaren Ge­schehen in der Natur folgt nun das dunkle und un­sichtbare Geschehen.

Die Säfte in den Pflanzen steigen nicht mehr nach oben - dazu fehlt es an Sonnenkraft. Die Blätter können kein Blattgrün herstellen. Nun werden die anderen Farben der Blätter sichtbar. Das Sterben in der Natur be­ginnt mit dem goldenen Oktober, mit farbenprächtigen Laub­bäumen, mit wolkenlosen, sonni­gen Herbsttagen.

Durch das Zeichen Waage werden wir mit der natürli­chen Gegen­sätzlichkeit bekannt gemacht. Dem Frühling gegenüber beginnt der Herbst, dem Widder gegenüber liegt die Waage, der Geburt gegenüber folgt das Sterben. Nur durch diese Gegensätzlichkeit ist Harmonie und Ausgewogenheit möglich.

Der Mensch mit Sonne in der Waage hat das starke Bedürfnis, seine Gegensätzlichkeit durch einen sinnvollen Rhythmus zu ver­binden. Oft empfindet er seine innere Gegensätzlichkeit als chao­tisch. Sie macht ihm Angst und er ver­sucht, nur eine Seite zu leben. Doch dann kommt ein Sturm in sein Leben und zwingt ihn dazu, aus der Einseitig­keit herauszu­kommen.

Es ist das tiefste innere Bedürfnis des Waagemenschen, die Gegen­sätze in sich zu vereinigen. Der Waagemensch sehnt sich nach ei­nem Gefühl der Harmonie und der inneren Stabilität. "Ich will die Gegen­sätze in mir vereini­gen" oder "Ich will Harmonie", sagt der Waage­mensch von sich. Das führt dazu, dass er zwischen Extremen schwankt.

"Ich will leben", sagt der Widder und die Waage müßte sagen: "Ich will lernen, zu sterben". "Ich will mich leben", sagt der Wid­der, und die Waage müßte sa­gen: "Ich will mein Ego sterben las­sen". Die Waage mit ihren zwei Waagschalen ist beweglich und schwankend, aber sie hat eine stabile Mitte. Der Mensch, der sein Ego über­windet, findet sein Selbst, seine Mitte, seine urei­gene Stabilität.

Nirgends in der Natur ist Sterben etwas Hartes und Kal­tes. In der Na­tur sind die Übergänge vom Sommer zum Herbst bunt, zart und wun­derschön. So kann auch der Mensch ler­nen, zarte und sanfte Übergänge zwi­schen all seinen Gegensätzlichkeiten zu schaffen.

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