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Sonne im Stier - "Ich will mich entfalten!"

Nachdem die Pflanzen im Widder geboren wurden, wol­len sie sich jetzt ent­wickeln und entfalten. Bei der Geburt pres­sen sich das neue Blatt und das neue Menschlein zusammen, um den Geburts­vorgang zu er­leichtern. Nun ist es an der Zeit, sich sei­nen Platz zu nehmen. Der Mensch mit der Sonne im Stier will sich entwickeln und entfalten wie die Knospen. "Ich will mich ent­falten!" sagt er, und macht sich breit, nimmt sich den Platz, den er braucht - oder nicht?

Der Stiermensch ist da. Er kann sich ein Leben lang darum bemü­hen, sich sei­nen Platz zu nehmen. 'Ich will mich entfal­ten' bedeutet: Es ist für mich nicht selbstver­ständlich, dass ich mich entfalte. Ich brauche viel Kraft und En­ergie für diese Ent­faltung. Es heißt auch: Ich habe Angst, Platz für mich zu bean­spruchen. Ich habe Angst, für mein Wachstum einfach zu nehmen, was ich brauche.

Ein Stiermensch hat Fähigkeiten in sich, die er entwic­keln kann. Er muss nicht etwas Neues hervorbringen wie der Wid­der. Der Stier kann das Vorhandene benutzen und ausbrei­ten. Dazu kann er sich von al­len Seiten Kraft nehmen, so wie die Pflanzen sich die Kraft der Sonne und die Kraft aus den Wurzeln einfach nehmen, nehmen um zu wachsen. Und so könnte der Stier von sich sa­gen: "Ich will nehmen, was ich brauche, damit ich wachse." Aber er traut sich nicht, nicht wirk­lich. Er neigt dazu, Dinge zu haben, aber er kann sich oft nicht daran freuen. Er müßte egoistischer werden und wirk­lich zu seinem Nutzen nehmen, was er für sich und sein Wachstum braucht, aber nur das und nicht mehr.

Um zu wachsen, müssen Pflanzen und Menschen Nah­rung in sich aufnehmen. Aber genau vor diesem Verin­nerlichen hat der Stier oft Angst. Er wagt es nicht, die Dinge an sich ran- und in sich reinzulassen. Die enge Ver­bindung, die dabei entsteht, macht ihm viel Angst. Er ist ein Leben lang damit beschäftigt, diese Angst zu überwinden und sich zu entfalten.


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