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Sonne im Steinbock - "Ich will mich konzentrieren"

Nachdem sich die Pflanzen im Herbst unter die Erde zurückgezogen haben, ist nun im Winter mehr Verinner­lichung notwendig. Der Winter bringt Frost, das ist äußerster Angriff auf das Leben. Um diesen Angriff zu überwinden, kann die Pflanze ihre Wärme weiter nach innen ziehen. Sie kann sich auf die kleinste Möglichkeit zurückziehen, die ihr zur Verfügung steht.

Der Frost bewirkt, dass sich alles Leben unter der Erde nur auf sich kon­zentriert. Alles zieht sich zusam­men. Jede Pflanze ist auf sich allein gestellt. Da ist nichts mehr im Außen, was ihr Schutz und Halt geben könnte. Denn außen ist nur Frost, Kälte, Starre, Angriff auf das Leben.

Durch diese äußerst schlechten Bedingungen sammelt sich die Pflanze in ihrer Mitte. Dadurch findet sie ihren ureigenen Mittelpunkt. Die Zwiebelpflanzen, Tulpen, Narzissen, Krokusse und ähnliches, brauchen den Frost, um innerlich soviel Kraft zu konzentrieren, dass die Blütenansätze für das nächste Jahr gebildet werden. Durch die Konzentration auf die eigene Mitte, wird das neue Leben gefördert.

All die Samen, die in der Erde schlafen, spüren diese zusammenziehende Kraft des Frostes. Der Same nimmt all seine Kraft zusammen, um der Kälte zu widerstehen. Durch diese enge Ballung des Lebens entsteht der neue Keim. Nicht alle Samen werden zu einer neuen Pflanze, son­dern nur die, deren L­benswille und deren Kraft sich gegen die Kälte behauptet. Die Pflanze kann die Kraft zum Leben ganz allein in sich finden - nur dann ist sie stark genug, um den Anforderungen des äußeren Lebens gewachsen zu sein.

So, wie die Pflanzen ihre ureigene Mitte finden müssen, so hat der Steinbockmensch das tiefe Bedürfnis diese in sich zu finden. Die äuße­ren schlechten Bedingungen verlangen die Konzentration auf die eigene Kraft, auf den eigenen Lebenswillen. Und so ist der Steinbock, wie jede Pflanze in der kältesten Zeit, ein Einzelkämpfer.Dieses Dasein verlangt harte Arbeit an sich selbst. Der Steinbock braucht Durchhaltekraft und Selbstdisziplin - sonst findet er seine Mitte nicht. "Ich will mich konzentrieren", sagt der Steinbockmensch ein Leben lang von sich. Dahinter steckt die Einsicht, dass er sich viel zu sehr verzettelt, dass er zu viel gleichzeitig tut, dass er lernen kann, wirklich nur aus seiner Kraft zu leben.

Der Steinbock schwankt zwischen zwei Extremen. Er sucht seinen Halt und seine Sicherheit in äußeren Dingen. Er baut Häuser und macht alles fest und sicher. Er sorgt für materielle Sicherheit in allen Bereichen. Er vermittelt diese Sicherheit auch anderen. Doch innerlich bleibt die Unsicherheit bestehen, bis er die Scheinsicherheiten seines Lebens durchschaut, bis er sich da­von nicht mehr täuschen läßt. Der Steinbock ist so unklar, dass er sich ein Leben lang darum bemüht, Klarheit zu gewinnen.

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