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Sonne in den Fischen - "Ich will mich erweichen"

In der letzten Zeit des Winters hat die Sonne schon viel Kraft gewonnen. Die Nächte sind nur ein wenig länger als die Tage. Alles gefrorene Wasser taut, wird weich und flüssig. Die Wurzeln saugen das Wasser begierig auf und schicken es in alle Teile der Pflanzen. Die Säfte in den Pflanzen steigen, dadurch schwellen  die Knospen und Triebe.

Die harten und kantigen Konturen des Winters schwinden. Was unter Schnee und Eis versteckt war, wird erkennbar. Die Erde gibt ihre Starre und Festig­keit auf und saugt alles Was­er auf, wie ein Schwamm. Dadurch wird sie weich und matschig. Die Bäche und Flüsse treten über die gewohnten Ufer. Sie können das Schmelzwas­ser aus den Bergen nicht mehr fassen. Die Sonne ist schon hoch gestiegen und hat viel Kraft. Die gesamte Na­ur spürt, dass die Kraft des Winters gebrochen ist.

Der Fischemensch hat innerlich harte Konturen, wie der Winter. Er hat das Bedürfnis, weich zu werden, wie die Natur. Doch gleichzeitig hat er Angst, dass er dann zu weich und damit zu verletzlich ist. "Ich will mich erweichen", sagt der Fischemensch, doch oft hält er sich zurück. Oft braucht es große seelische Überschwemmungen, bis ein Fischemensch seine innere Weichheit nicht mehr versteckt, bis er sie einfach dasein läßt, bis er sich seiner Weichheit und Empfindsamkeit einfach willenlos hingibt.

Mit der Fischezeit beginnt das Leben in der Natur, langsam sichtbar zu werden. Wenn ein Mensch weich wird, wird er lebendiger und seine Lebendigkeit wird langsam sicht­bar. Dafür müssen alte Konturen aufgegeben und über­wunden wer­den. Davor hat der Fischemensch Angst, denn sie geben ihm Halt.

Die Pflanzen werden stark und elastisch, wenn die Säfte alle Äste, Zweige und Knospen durchfluten und erfüllen. Die Säfte transportieren Nährstoffe bis in die kleinste Zelle der Pflanzen. In unserem Körper ist es nicht anders. Der Fi­schemensch kann erkennen, dass er sich dem Fluß all seiner Kräfte hingeben kann, um wirk­lich weich und elastisch zu werden, um keine Angst mehr vor Verletzun­gen zu haben. Alle Härte ist nicht mehr angebracht. Es geht nur darum, dass das Leben einfach überall fließen kann und nicht durch Blockaden und Mauern aufgehalten wird.

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