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Saturn

Saturn ist der Planet, den wir noch mit bloßem Auge am Himmel se­hen kön­nen. Er ist aus diesem Grund das Symbol für Begren­zung, Si­cherheit, Be­schränkung und Hemmung. In vielen Arten von Astrologie wird Saturn als Übeltäter bezeichnet. In Wirk­lichkeit hat jeder Planet seine guten und seine schlechten Seiten. So, wie Jupi­ter eben nicht nur 'das große Glück' sym­bolisiert, so steht Saturn nicht nur für Hemmung.

Saturn ist die sichtbare Grenze unserer Welt. Grenze - dieses Wort wird zu oft nicht gut verstanden. Ich sitze hier beim Schrei­ben in ei­nem Zimmer. Die­ses Zimmer hat Grenzen, nämlich Wände. Diese Wände beschützen mich vor dem Wetter und vor anderen Störun­gen. Die Wände meiner Wohnung be­grenzen mich, und dadurch ge­ben sie mir Sicherheit.

Jede Begrenzung bietet mir Sicherheit. An vielen Stellen im Le­ben sind wir dankbar für diese Grenzen. Wir müssen eine be­grenzte Zeit arbeiten, wir wis­sen dadurch, wann die Arbeit zu ­Ende ist. Wenn wir Auto fahren, begrenzen die Leitplanken und die weißen Linien un­sere Spur. Wir wissen genau, wo wir fahren dürfen. Wieder bekommen wir Sicherheit. Ein Zug fährt auf Schie­nen. Zu ei­nem festen Zeitpunkt fährt er ab. Wir wissen, wann er ab­fährt und wann er ankommt, auch, wo er ankommt. Das ist Begren­zung, die uns Sicherheit gibt.

An vielen anderen Stellen in unserem Alltag haben wir die Grenzen und brauchen sie auch. Wir können ohne solche Gren­zen überhaupt nicht leben. Diese Begrenzungen regeln viele Be­reiche des menschlichen Zusam­menlebens. Diese Gren­zen sind not­wendig, denn sie schaffen Sicherheit und Ordnung.

Normen und Ordnung

Normen schaffen Übersicht und Ordnung. Ein Papier, das die Norm von Din A4 hat, ist immer gleich groß. Darauf kann ich mich verlas­sen. Alles, was ei­ner Norm entspricht, ist bere­chenbar. Dadurch ist es verläßlich und gibt mir Sicherheit. Jede Norm im men­schlichen Zusammenleben sorgt für Ordnung, Ver­läßlichkeit, Überblick. Dadurch vermittelt jede Norm Sicher­heit.

Normen sind eng begrenzt. Din A4 Papier kann nur die eine Größe haben, es gibt keine Abweichungen. Wenn das Pa­pier größer oder kleiner ist, entspricht es nicht mehr der Norm. Norm schränkt also etwas ein, Norm hat keinen Spiel­raum. Norm ist fest und stabil, starr und sicher.

Normen können kalt sein, aber sie müssen es nicht. Auf ein genorm­tes Stück Papier kann ich einen liebevollen und herzli­chen Brief schreiben. Ich benutze die Norm und fülle sie mit meinem persönli­chen Inhalt. So verwendet ist Norm ein Mittel zum Zweck. Ich erfülle die Norm mit Leben, mit mir, mit meiner Persönlichkeit. Jede Norm, die nicht mit etwas Persönlichem er­füllt wird, wirkt hart und kalt und stößt uns ab. Jemand der nur "Guten Morgen!" sagt, weil er es so ge­wohnt (genormt) ist, ohne persönlich beteiligt zu sein, wirkt kalt und unverbindlich. An manchen Stellen ist diese Un­verbindlichkeit wün­schenswert, dann zieht man sich auf die schlichte Norm zurück. Man er­füllt die Norm, weil es einem selbst hilft und nützlich ist.

Wenn wir Normen sinnvoll einsetzen und benutzen, dann geben sie uns Halt und Sicherheit, dann bieten sie uns die Möglichkeit, die rich­tige Form (Norm) für unseren persönlichen Inhalt zu fin­den.

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