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Merkur

Merkur ist der Planet des Zeichens Zwilling. Er ist der Götter­bote mit den Flügelschuhen. Er übermittelt die Botschaften, die er von   seinem König, der Sonne, bekommt. Aber Merkur ist ein Schelm. Er liebt es, seine Bot­schaften schillernd und glitzernd darzustellen. Er spielt sich auf und blendet mit seiner Beweg­lichkeit. Immer fal­len ihm Wege ein, um scheinbar Unmögli­ches mög­lich zu machen. Er versteht es, den Eindruck zu erwecken, als ob er sich all die Dinge ausdenkt. Gerne nimmt er die Huldi­gungen dafür ent­gegen.

Merkur ist der Gott der Kaufleute und Diebe. Er zeigt sich in vielen Verklei­dungen. Immer macht er den Menschen etwas vor. Ob als Till Eulenspiegel oder als ehrbarer Kaufmann, Merkur ist schnell mit ge­schickten Worten. Durch seine Worte reißt er die Menschen mit. Durch seine Gedankengänge stiftet er Unsicher­heit. Er ist ein Mei­ster der Illusionen. Er kann etwas sehr brillant darstellen, er kann seine Botschaften gut verkaufen. Er erzählt viel und ist sehr amüsant, aber so ganz ernst darf man ihn nie nehmen. Merkur ist nicht fähig, irgendeine sinnvolle Entschei­dung zu treffen. Das ist auch nicht seine Aufgabe.

Merkur erhält seine Botschaften, und er liefert sie wieder ab. Er ist weder der Absender noch der Empfänger, er ist Botschafter. Dafür ist er wichtig. Doch er braucht einen starken Herrn, der sich von ihm nicht täuschen und blenden läßt. Dieser starke Herr kann nur die Sonne sein.

Merkur ist schnell und sehr beweglich. Er ist geschickt, und er kann sich leise anschleichen, wie der Dieb in der Nacht. Ehe man sich's versieht, hat er ei­nem ein Geheimnis entlockt. Mer­kur ist beein­flußbar, er hört sich jede Mei­nung an. Eine eigene kann er sich nicht bilden. Um wirklich vernünftige Dinge zu tun, braucht Merkur au­ßer der Sonne die Autorität Jupiters. Er kann aus all den Infor­mationen, die er durch Merkur be­kommt, sinn­volle Ent­scheidungen treffen.

So ist die Sonne der Absender, Merkur der Bote und Jupiter der Empfänger, der die Botschaften verarbeitet. Mars kann dann tun, was Jupiter entschieden hat.

Geblendet

Merkur ist der Planet, der der Sonne am nächsten ist. Er ist stark an die Sonne gebunden. In kleinsten Abständen bewegt er sich um die Sonne. Wei­ter als 28 Grad kann er sich im Tierkreis nicht von der Sonne entfernen.

Merkur symbolisiert den Verstand. Seine astronomischen Gege­benheiten können wir analog übertragen: Der Verstand soll dem Herz (Sonne) am näch­sten sein. Das Herz ist der König, der Chef. Das Herz gibt die Botschaften, der Verstand übermittelt sie. Ver­stand und Herz stehen in enger Verbindung zueinander. Wenn der Ver­stand versucht, sich zu verselbständigen, dann kommt das Herz zu kurz.

Der Verstand blendet uns. Wir sonnen uns in unseren Gedan­ken. Wir bewun­dern uns für all die Dinge, die wir uns vorstellen können. Wir vergessen da­bei, daß wir uns nichts ausdenken kön­nen. Wir können nur lernen, mehr von dem, was vorhan­den ist, wahr­zunehmen.

So, wie die Radiowellen und dergleichen in der Luft sind, so sind die Gedan­ken des ganzen Universums 'in der Luft'. Nur den Sen­der, den wir einge­schaltet haben, können wir empfangen. Es liegt also an unserer Wahr­nehmung, was wir empfangen. All die In­formationen sind unsichtbar, wie die Luft unsichtbar ist. Und doch wissen wir, daß die Luft voll von Wellen aller Art ist. 

Merkur versucht ständig, uns vorzumachen, daß unsicht­bare Sa­chen nicht vorhanden sind. Oder er reizt uns mit Pro­grammen, für die wir noch lange nicht empfangsbereit sind.


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