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Neptun

Saturn ist der letzte Planet, den wir mit bloßem Auge noch sehen kön­nen. Uranus können wir in seltenen Fällen mit blo­ßem Auge sehen. Neptun ist so weit entfernt, daß er ohne Hilfs­mittel un­sichtbar ist.  Daher gilt er als Symbol für den un­bewußten und unsichtbaren Be­reich.

Alles im Unbewußten ist gebunden an Bilder aus der Vergangen­heit. Neptun wurde schon Jahre vorher entdeckt und be­rechnet, bis man ihn 1846 endlich mit Fernrohren sehen konnte. 

Zur gleichen Zeit wurde die Photographie ent­deckt. 1727 - wird die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze ent­deckt. 1839 - Das er­ste brauchbare Lichtbildverfahren wird entwickelt. 1851 - Man hält ein Bild auf nassen Glasplatten fest. 1871 - Inzwischen geht es mit troc­kenen Glasplatten. 1873 - wird die Farb­stoff­sensibilisierung entwic­kelt und 1894 - gibt es schon die erste Roll­filmentwicklung.

Bei der Photographie ge­schieht das, was auch im Menschen ge­schieht. Erinnerungen wer­den fest­gehalten und sichtbar ge­macht. Bei bei­den Vorgängen ist alles sensitiv, feinfühlig und empfindlich.

Mit der Photographie werden Erinnerungen an die Ver­gangenheit festgehal­ten. Zuerst wird die Aufnahme gemacht. Das geschieht in der  Gegenwart. Dann kommt der Negativpro­zeß. Das Bild wird durch chemische Vor­gänge umge­kehrt aufs Negativ gebracht. Da ist das Bild schon Vergan­genheit. An­schließend kommt der Positiv­prozeß und die Wiedergabe.

Wenn ich das Bild betrachte, war es irgendwann Gegenwart, aber nun ist es Vergangenheit: eine Erinne­rung. Die Erinnerung löst Gefühle in mir aus, und ich beschäftige mich jetzt - in der Ge­genwart - damit. Durch die ausgelösten Gefühle werden meine Ge­danken und Entscheidungen für die Zukunft beein­flusst.

Die meisten Bilder der Vergangenheit haben wir ver­gessen und nur die Resultate, die Er­fahrungen sind in unserem Un­bewußten ge­speichert. Wenn ich etwas inhaltlich begriffen habe, dann kann ich die äußeren Bedingungen, unter denen ich es gelernt habe, einfach ver­gessen. Sie sind überflüssig geworden, denn wichtig ist nicht der Lernweg, sondern das erreichte Ergebnis. Bilder mei­ner Vergan­genheit, die Ge­fühle in mir auslösen, sind nicht völlig ver­arbeitet. Sie verlangen noch meine Aufmerksamkeit. Wenn ich sie nicht freiwillig beachte, drängen sie sich in mein Le­ben. Mei­stens wirken solche Bilder ersteinmal verwirrend, eben nep­tunisch.

Wenn ich etwas gut gelernt und verinnerlicht habe,  ist es unwe­sentlich, wann, wo und wie ich es gelernt habe.

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