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Die Festtage des Mondes
Die Feste des Mondes sind die beweglichen Feste und werden durch den schnell laufenden Mond bestimmt. Er hält sich an kein Datum, sondern nur an seinen eigenen Rhythmus. Von Neumond zu Neumond braucht er etwa 29,5 Tage. Durch diesen Zeitraum ist der Monat entstanden, was wir ja noch am Namen hören.

Neumond und Vollmond sind die Mondphasen, die für Berechnungen bedeutsam sind, nicht nur in unserer Kultur. In Asien feiert man Neujahr, wenn - zwischen dem 19. Januar und dem 20. Februar - Neumond im Wassermann ist. Der islamische Kalender ist ein Mondkalender und das Jahr beginnt immer mit Neumond. Im neunten Monat des islamischen Jahres ist der Fastenmonat Ramadan der ebenfalls zu Neumond beginnt. In China spielt der Mond auch bei den Sternzeichen die Hauptrolle.

Im Laufe eines Jahres ist in jedem Sternzeichen mindestens einmal Neumond und einmal Vollmond. Bei Neumond befinden sich Sonne und Mond im gleichen Tierkreiszeichen. Wir können den Mond nicht sehen, weil die Sonne ihn überstrahlt. Bei Vollmond stehen sich Sonne und Mond gegenüber. Die beiden Lichter am Himmel haben nun die größte Entfernung voneinander. Der Mond ist groß, hell und voll am Himmel.

Die beweglichen Feste
Es gibt im Laufe des Jahres die festarme und die festreiche Zeit. Diese Einteilung ergab sich früher aus den Vorgaben durch das Klima und - in Zusammenhang damit - durch die Arbeit in der Landwirtschaft. Vom 1. Mai bis zum 11. November ist die arbeitsreiche und damit die festarme Zeit Vom 11.11. bis zum 1.5. ist die arbeitsarme und somit die festreiche Zeit. Die beweglichen Feste - bis Himmelfahrt - fallen in die festreiche Zeit.

Bis Karneval wird gegessen und getrunken. Die Vorräte werden aufgebraucht. Anschließend ist Schmalhans Küchenmeister. In der Fastenzeit gibt das Land noch nichts her oder nur sehr wenig. Die Vorräte sind zum größten Teil verbraucht, weil die Lagerfähigkeit früher begrenzt war. Erst durch unsere modernen Konservierungsmethoden, wie Einmachen und Gefrieren, hat sich das geändert.

Feste, die immer wieder auf den gleichen Wochentag fallen sind ausgesprochene Mondfeste. Da der Mond in seinen ca. 29 Tagen alle 7 Tage in eine andere Phase eintritt, ist er der Ursprung der Sieben-Tage-Woche. So gibt es über das Jahr verteilt bestimmte Feste und Feier- oder Fastentage, die immer auf den gleichen Wochentag fallen. Das beginnt mit Weiberfastnacht und endet mit Fronleichnam - beides ein Donnerstag.

Sonntag und Donnerstag - Feiertage
Jeder Wochentag wird durch einen Planeten regiert. Das hören wir heute noch an manchen Namen: Sonn-Tag, Mond-Tag, Dienstag kommt von Diana der Kriegsgöttin entsprechend der Götter Diana oder Mars, Mittwoch ist Merkurtag, Donnerstag kommt von dem höchsten Gott Donar, entsprechend Zeus oder Jupiter, Freitag kommt von Freia, entsprechend Venus oder Aphrodite. Samstag ist der Tag des Saturn, was wir im englischen Saturday noch hören.

Sonne und Jupiter sind die zwei großen Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Deswegen werden ihre Wochentage besonders beachtet, gefeiert und verehrt. Jupiter ist der größte Planet und symbolisiert die Fülle. Ihm waren – nicht nur im römischen Reich - die Vollmondtage gewidmet.

Der Donnerstag ist in katholischen Universitäten seit dem frühen Mittelalter – teilweise bis heute – vorlesungsfrei. In der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts war in französischen Schulen am Donnerstag kein Unterricht. Diesen Hinweis verdanke ich Ted Kommer, der im Elsass zur Schule ging.

Gründonnerstag - der höchste Donnerstag des Jahres
Der Gründonnerstag ist ein besonderer Donnerstag während des ganzen Jahres. Aus dem Brauchtum wird berichtet, dass es an diesem Tag „Grünes Essen“ geben sollte. Spinat konnte früher nicht konserviert werden. So bleibt Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat oder Suppe aus siebenerlei Grünkräutern. Diese Kräuter können nur Wildkräuter sein, denn Gartenkräuter wachsen so früh noch nicht.

Wenn man bedenkt, dass kurz vor Ostern schon eine ganze Reihe Wildkräuter zu ernten sind, dann ist dieser Brauch eine sinnvolle Nahrungsanweisung, denn im Grün der ersten frischen Pflanzen sind viele lebenswichtige Vitamine und andere Nährstoffe in reichem Masse vorhanden. Im Frühjahr stehen uns Scharbockskraut, Löwenzahn, Brennnessel, Bärenklau, Gänseblümchen, Gundelrebe, Vogelmiere, Wegerich, Veilchen, Bärlauch und noch manches andere zur Verfügung. Es lohnt sich allerdings, auf diese wertvollen Wildkräuter nicht nur am Gründonnerstag sondern an vielen Tagen im Frühjahr zurückzugreifen.

 


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