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Nach dem Kalender Fasten
Fasten gehörte schon zum alten heidnischen Frühlingsritual. In früheren Jahrhunderten waren die christlichen Vorschriften sehr streng: Kein Fleisch am Montag, Mittwoch und Freitag. Außerdem keine Milch und keine Eier. Fisch war an diesen Tagen erlaubt.

Es ist interessant die Verbindung zu heutigen Erkenntnissen über gesunde Ernährung herzustellen. Drei mal in der Woche Fisch deckt unseren Bedarf an wichtigen Fettsäuren, Jod und anderen Spurenelementen. Ob diese Erkenntnisse gar nicht so neu sind, wie die Wissenschaft uns glauben machen will?

Mittwoch und Samstag - Fastentage
Als wöchentlich wiederkehrende Tage, die Maria zugeordnet sind, gelten Mittwoch und Samstag. Im religiösen Verständnis sind es Marientage. „Die Gottesmutter war und ist in ihrer Schlichtheit und Mütterlichkeit vielen Menschen näher als der unbegreifliche und allmächtige Gott“ schreibt Manfred Becker – Huberti in: Feiern. Feste, Jahreszeiten. Wir schauen diese Tage etwas genauer an.

Mittwoch ist in der Astrologie dem luftigen Götterboten Merkur zugeordnet, das ist der Gott der Kaufleute und Diebe, aber auch der Narr, der Gaukler, der Denker und der Überbringer von „göttlichen Botschaften.“ Damit gehört zu Merkur auch die Inspiration. Er lässt uns Ideen zufliegen und zeigt uns Lösungen für Aufgaben oder Probleme, die manchmal ungewöhnlich interessant sind. Merkur bestimmt im Alltag unser Denken, Handeln und Entscheiden. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir besser denken können, wenn wir nicht zu viel gegessen haben. Das kennen wir auch aus dem Sprichwort: „Ein voller Bauch studiert nicht gern!“ So verhilft der Fasten-Mittwoch dazu, unserem Gehirn die notwendige Energie für Entscheidungen und Denkprozesse zu geben.

Doch Merkur ist auch der kommunikative Planet. Er lässt uns auf andere zugehen. Wir tauschen Informationen aus, unterhalten uns, hören zu, äußern Meinungen – und bei all diesen scheinbaren Kleinigkeiten lernen wir dazu. Merkur fördert unser geistiges Leben, macht uns einfühlsamer für andere, lässt uns neugierig werden, weckt Interessen. Er ist der, der uns lockt und reizt, damit wir uns vorwärts bewegen und nicht in unseren Gewohnheiten verrosten. Bei Merkur ist alles leicht, locker und häufig auch erst einmal unverbindlich.

Samstag ist der Tag des erdbetonten Saturns. Er ist der letzte Planet, den wir mit bloßem Auge noch sehen können. Somit symbolisiert Saturn die sichtbare Grenze unserer Welt. Er konfrontiert uns mit der begrenzten Zeit unseres Lebens, mit der Endlichkeit. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ und das Schicksal des Todes ereilt alle Menschen gleichermaßen. Das ist Schicksal oder Gerechtigkeit.

Schlichtheit, Einfachheit, Schmucklosigkeit – das gehört zu Saturn, weil er derjenige ist, der sich auf das Wesentliche konzentriert. In diesem Zusammenhang steht auch die Gewohnheit „In Sack und Asche zu gehen“, wenn man etwas zu bereuen hat, etwas wieder gut machen will oder sich von äußeren Dingen befreien will, um nach Innen zu schauen. So schenkt Saturn Sicherheit, Klarheit und zeigt praktische Wege, um Probleme zu lösen.

Saturn wirft uns auf uns selbst zurück – was häufig durch die Befindlichkeiten unseres Körpers oder durch sogenannte Schicksalsschläge geschieht. Saturn erwartet von uns, dass wir uns selbst ernst nehmen. Er verbindet uns mit der Natur, mit der Körperlichkeit, mit unseren biologischen Wurzeln. Saturn hilft uns, unsere Endlichkeit anzunehmen, unsere Grenzen zu erkennen und gewissenhaft auszufüllen.

Im Zusammenhang mit anderen Menschen erwartet Saturn, dass wir zuverlässig und verantwortungsbewusst miteinander umgehen, dass wir helfen, wo es nötig ist, ohne uns zu verausgaben. Auch da gilt es, die eigenen Grenzen zu respektieren! Bei Saturn ist alles ernst und verbindlich. Das Fasten am Samstag gibt uns Gelegenheit, mit uns selbst ins Reine zu kommen.

Quatemberfasten
Quatembertage sind Mittwoch, Freitag und Samstag in den vier Wochen des Jahres, die ungefähr mit dem Beginn der jeweiligen Jahreszeit zusammenfallen. An diesen Tagen wurde fleischlos gegessen. Man bezeichnet diese vier Wochen im Jahr dann auch als die Zeit des „Quatember-Fastens.“ Im Laufe der Zeit und in manchen Gegenden wurden aus den drei Tagen zwei Tage und so blieben Mittwoch und Samstag als Fastentage übrig. Das ergibt auch in sofern einen Sinn, als der Freitag ja sowieso fleischlos sein soll.

Die Quatember fallen auf:
Frühling          Die erste Fastenwoche im Frühjahr – nach Invocabit (ER ruft mich an)
Sommer          Die Woche nach Pfingsten, vor Trinitatis (Dreifaltigkeitsfest)
Herbst            Die Woche nach dem 14. September (Kreuzerhöhung)
Winter            Die Woche nach dem 13. Dezember (Heilige Lucia)
Die höchsten Feiertage jeder Woche - Donnerstag und Sonntag - werden also von einem Fastentag begleitet, der vor dem Feiertag liegt. Wahrscheinlich hat sich unter anderem auch aus diesem Zusammenhang ergeben, dass samstags meistens wenig und karg gegessen wurde. Am Samstag gab es Eintopf und am Sonntag den Braten!

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