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Die Festtage der Sonne
Unsere Jahresfeste sind viel älter als die christliche Tradition. Menschen der Frühzeit haben die Natur und den Sternenhimmel lange und gründlich beobachtet. Ihre Erfahrungen haben sich zu astronomischen Gesetzmäßigkeiten verdichtet, die heute ebenso gültig sind wie vor tausenden von Jahren. Das astronomische Wissen hat auch zu unserem heutigen, genauen Kalender geführt und es ist interessant, die Spuren unserer Vorfahren zu verfolgen.

Aus der Schöpfungsgeschichte, 1. Mose 1, 14: „Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre ...“

Die festen Tage des Jahres
Der Lauf der Sonne bestimmt unseren Kalender mit seinen Monats- und Tagesdaten. Feste, die immer an einem gleichen Datum liegen nennen wir die festen Feiertage. Im Gegensatz dazu gibt es auch Feste, die sich von Jahr zu Jahr verschieben. Das sind die „beweglichen“ Feste, die wir später betrachten.

Vier Eckpunkte in unserem Kalender sind durch den Wechsel der Jahreszeiten gegeben: Frühlings- und Herbstanfang bezeichnen den Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind.
Bei Sommeranfang haben wir den längsten Tag und bei Winteranfang die längste Nacht. Den vier Eckpunkten im Jahr, an denen die Jahreszeiten wechseln, sind vier besondere Tage zugeordnet.
21.3. Frühlingsanfang - Feuer
25.3. - Maria Verkündigung: Der Heilige Geist verkündet Maria, dass sie schwanger wird.
21.6. Sommeranfang - Wasser
24.6. - Johannis: Johannes tauft das Volk im Jordan, auch Jesus.
22.9. Herbstanfang - Luft
29.9. - Michaelis und Erntedank: Erzengel und Schutzengel
23.12. Winteranfang - Erde
25.12. - Stephanus: Stephanus ist der erste christliche Märtyrer, er wird gesteinigt
Weitere Festtage im Jahreskreis entstehen dadurch, dass die Anzahl von 40 Tagen vom Beginn der Jahreszeit entweder zugezählt oder abgezogen werden.

Woher kommt der Zeitraum von 40 Tagen?
Der Mond bewegt sich (wie die Sonne und alle anderen Planeten) vor dem Hintergrund des Sternenhimmels. Wenn der Mond an einem Tag vor dem Stern xy steht, ist er nach 27,3 Tagen wieder genau an diesem Platz angekommen. Wenn er dann noch einmal die Hälfte dieser Strecke zurücklegt – in 13,6 Tagen –, steht er dem Stern gegenüber. Die gesamte Zeit für 1 ½ siderische Mondumläufe beträgt 40,9 Tage.

Warum war dieser Zeitraum für die Menschen so wichtig? Jede Jahreszeit ist zwischen 88 und 92 Tagen lang. Die Mitte jeder Jahreszeit – das sind die Zeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann - wird durch die + 40 oder – 40 Tage markiert, wie das auf meinem Poster zu sehen ist.

Diese vier Zeichen finden wir bei den Evangelisten wieder:
Lukas wird mit dem Stier - Markus mit dem Löwen - Matthäus mit dem Engel als Bild für den Wassermann und Johannes mit dem Adler für den Skorpion , dargestellt. Wir finden die Evangelisten mit den Tieren an vielen Kanzeln als Abbildungen.  Außerdem werden die vier Zeichen in der Mitte der Jahreszeit in der Astrologie als: „Das Kreuz des Menschen“ bezeichnet.

Da die Venus der hellste und strahlendste aller Planeten ist, kann man sie mit bloßem Auge gut beobachten und die Menschen haben das seit Jahrtausenden getan. So waren die Zeitgesetze der Venus schon in alttestamentlicher Zeit bekannt. Wenn Venus vom Morgen- zum Abendstern wechselt, ist sie 40 Tage westlich der Sonne unsichtbar, dann steht sie mit der Sonne am gleichen Platz - in Konjunktion – und anschließend ist sie östlich der Sonne 40 Tage unsichtbar. Danach können wir sie nach der untergehenden Sonne am westlichen Abendhimmel erblicken. Das Gleiche gilt, wenn Venus vom Abend- zum Morgenstern wechselt. Nur ist sie dann zuerst 40 Tage östlich der Sonne unsichtbar, anschließend in Konjunktion mit der Sonne und nach weiteren 40 Tagen taucht sie am östlichen Morgenhimmel vor dem Aufgang der Sonne wieder auf.

Da Venus ein hell strahlender Planet ist, steht sie oftmals als einziger sichtbar leuchtender Himmelskörper am Firmament. Die Sterne gehen dann entweder vor ihr unter und nach ihr auf. Nur der Mond ist mit seiner Strahlkraft stark genug, um gleichzeitig mit Venus am Himmel zu erscheinen.

Die 40 biologisch
Jeder Mensch hat normalerweise 40 Wochen im Leib seiner Mutter zugebracht. Die Zeit von der Zeugung zur Geburt dauert 280 Tage, das sind zehn Mond-Monate oder 40 Wochen. Georg von Gynz-Rekowski sagt dazu in seinem Buch: Der Festkreis des Jahres: „Ob in Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren gezählt, immer steht die Zahl als Abbild, ... für die 40 Wochen zwischen Zeugung und Geburt“ und weiter „40 Tage oder Wochen meinen im Grund immer einen Durchgang, der zutiefst neues Leben gewinnt, vom Tod zum Leben führt.“ Die 40 symbolisiert so immer eine Zeit der Wandlung, der Erneuerung, der geistigen Wiedergeburt.

Eine Mutter ist 40 Tage Wöchnerin und im jüdischen Kulturkreis war sie in dieser Zeit vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Nach 40 Tagen wurde jeder Junge im Tempel dargestellt. Der Priester brachte dann ein Reinigungsopfer. Auch Maria brachte Jesu nach 40 Tagen in den Tempel. Da früher die Geburt Jesu am 6. Januar begangen wurde, fiel der Tag der Darbringung auf den 14. Februar, unseren Valentinstag. Vom 24.Dezember sind es 40 Tage bis zum 2. Februar, wir feiern Maria Lichtmess. Von diesem Tag ist uns der Ausspruch des frommen Simeon bekannt: „Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen! Welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel.“ Luk. 2, 29 – 32.

Die Zahl 40 in der christlichen Religion
Im Alten Testament
Die Sintflut war 40 Tage auf Erden
Die Kinder Israel aßen Manna 40 Jahre lang
Moses blieb auf dem Berge Sinai 40 Tage und 40 Nächte
... sollen Hirten in der Wüste sein 40 Jahre
40 Jahre ist der Herr bei dir gewesen
... ging durch die Kraft der Speise 40 Tage und 40 Nächte
Im Neuen Testament
Da Jesus 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte
Jesus ward 40 Tage lang vom Teufel versucht
Jesus ließ sich sehen unter ihnen 40 Tage lang ( nach der Auferstehung)
Habe ich fünf mal empfangen 40 Streiche weniger einen
In der katholischen Kirche
Ewige Anbetung - Vierzigstündiges Gebet
Verehrung des ausgesetzten Altarsakramentes durch Gemeinschafts- oder Einzelbeter.
Sechswochenamt
6 Wochen sind 42 Tage
In unserem heutigen Kalender
Die Fastenzeit vor Ostern dauert 40 Tage
Himmelfahrt ist 40 Tage nach Ostern

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