Erdzeitalter und Präzission
Die Verschiebung des Frühlingspunktes im Tierkreis wird oft als Argument gegen die Astrologie angeführt. Doch das Verhältnis innerhalb unseres Sonnensystems zwischen Sonne und Planeten, also auch zwischen Sonne und Erde, verändert sich dadurch nicht. Unsere Jahreszeiten verändern sich dadurch nicht, denn diese resultieren aus dem Verhältnis Sonne zu Erde und nicht aus dem Verhältnis Erde zu Fixsternhimmel. Der veränderte Frühlingspunkt verändert nicht den astrologischen und symbolischen Tierkreis oder dessen Beginn für uns, sondern er bezieht sich auf einen größeren Zeitablauf.
Der Himmelsäquator ist die Projektion des Erdäquators an die Himmelskugel. Die Verlängerung der Erdachse (in den Raum) heißt Himmelsachse. Der auf der Himmelsachse senkrecht stehende Kreis ist der Himmelsäquator. Bei der scheinbaren Drehung des Fixsternhimmels um seine Achse bewegen sich die Sternbilder auf Parallelkreisen zum Himmelsäquator.
Die Präzession dauert circa 25.800 Jahre und ist die fortschreitende Verlagerung des Frühlingspunktes - das ist der Schnittpunkt zwischen Sonnenbahn (Ekliptik) und Himmelsäquator - auf der Ekliptik in rückläufigem Sinn. So ist der Frühlingspunkt inzwischen nicht mehr im Zeichen Widder, sondern am Übergang des Zeichens Fische zum Zeichen Wassermann. Deswegen spricht man auch vom nahenden oder begonnen Wassermann-Zeitalter.
Hauptursache für die Präzession ist die Verlagerung der (verlängerten) Erdachse im Raum, infolge Anziehung des Mondes und der Sonne auf den Äquatorwulst der abgeplatteten Erde. Diese Verlagerung der Erdachse im Tierkreis vollzieht sich rückwärts und so ist der Frühlingspunkt circa 2.150 Jahre in jedem Tierkreiszeichen. Diesen Zeitraum nennt man auch Erd-Zeitalter.
Zeitalter der Erde
Das Stierzeitalter finden wir zur Zeit des Alten Testamentes in Ägypten. Kalb, Kuh und Stier wurden damals verehrt und hatten großen Symbolwert. Die Hörner des Tieres wurden mit der Sichel des Mondes in Verbindung gebracht. Der Tanz des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten um das "goldene Kalb" war das Ende dieses Zeitalters, denn das Kalb wurde anschließend zerschmettert.
Das Lamm wurde bei dem gleichen Auszug aus Ägypten zu einem besonders wichtigen Symbol. Es schützte - durch sein Blut - die Kinder Gottes. Bis zur Zeit des Neuen Testaments wurde das Schaf und das Lamm verehrt. Jesus starb als das "Lamm Gottes." Dies war das Ende des Widder-Zeitalters.
Mit dem auferstandenen Christus begann das Fische-Zeitalter. Der Fisch hat im Christentum und auch schon bei den Wundern Jesu eine große Bedeutung. Jesus sättigt eine große Menschenmenge mit einigen Broten und Fischen. Die Jünger Jesu waren zum Teil Fischer. Aus dem Bauch eines Fisches holt Jesu das Geld für die Steuer: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist."
Seit etlichen Jahrzehnten erleben wir das Sterben des Fisch-Zeitalters. Die Verschmutzung der Meere und Flüsse führte schon an vielen Orten zu einem Fischsterben. Parallel dazu erfolgt das allmähliche Dahinsiechen der christlichen Religion, wie sie durch die führenden Kirchen gelehrt und praktiziert wurde.
Die Erde heilen
Ein neues Zeitalter beginnt. Eine neue Einstellung zu unserer Erde bricht sich Bahn. Die Umweltkatastrophen haben schon einige wachgerüttelt. Wer das Wasser wieder reinigen und regenerieren kann, ist König. Lebendiges Wasser ist gefragt, weil es die Grundlage für unser Leben und überleben ist.
Nach drei Zeitaltern, die Tiere als Symbol hatten, folgt das Wassermann-Zeitalter. Diesmal ist das Symbol ein Mensch und so heißt dieses Zeichen und dieses Zeitalter in der Überlieferung: Das Zeitalter des Menschen!
Nachdem die Menschheit vier Zeitalter lang überwiegend Tiere als Symbole benutzt und verehrt hat, ist es nun an der Zeit, dass der Mensch und das menschliche Sein in den Mittelpunkt der Geschichte tritt. Gerade deshalb wird uns jetzt an vielen Stellen gleichzeitig unsere "Unmenschlichkeit" ständig bewusst, damit wir sie erkennen und überwinden lernen.
Das Zeichen Wassermann symbolisiert den Menschen, der ausschüttet, was er hat. Er gibt der Erde Wasser. Er spendet Kraft und Leben. Wir Menschen haben in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten die Erde ausgebeutet, viel schlimmer, als Tiere oder Pflanzen das jemals tun. Wir haben viel mehr aus der Erde herausgeholt, als wir zu unserem Leben wirklich brauchen. Wir haben rücksichtslos genommen und ausgebeutet, ohne die Folgen zu berücksichtigen. Jetzt kommt das Zeitalter des Menschen, das der Erde etwas Lebendiges zurückgibt.
Das Wassermann-Zeitalter stellt hohe Ansprüche an alle Menschen, die jetzt auf dieser Erde leben. Jeder muss seinen Teil an die Erde geben, damit die Erde nicht völlig austrocknet und verkümmert. Dazu reicht es nicht aus, über Veränderungen zu sprechen oder über die schlimmen Zustände zu diskutieren. Jetzt muss wirklich etwas Neues geschehen, damit die Erde und wir mit ihr, überleben und heil werden kann.
Es ist im Großen ebenso wie im Kleinen: Wenn wir einsichtig sind und freiwillig tun, was jetzt dran ist, dann werden wir nicht durch schwierige Situationen dazu gezwungen. Noch haben wir die Wahl, aber der Natur ist es gleichgültig, ob sie von uns freiwillig bekommt, was sie braucht oder ob sie es sich mit Naturgewalten holen muss.
Wenn ständig mehr Menschen erkennen, was sie wirklich brauchen und das abgeben, was sie im Überfluss haben oder nicht mehr brauchen, dann stellt sich die Harmonie auf der Erde allmählich wieder ein.
Luftige Verbindungen Das Element des Zeichens Wassermann ist die Luft. Luft ist ein sehr interessantes Element. Sie ist es auch, die durch unsere Umweltverschmutzung bedroht ist wie das Wasser. Es muss wieder luftiger in uns und um uns werden, wenn wir menschlicher leben wollen.
Die Luft füllt jeden leeren Raum aus. Selbst zwischen den kleinsten der kleinen Teilchen gibt es Zwischenräume. Alle Zwischenräume sind nicht leer, sondern ausgefüllt mit Luft. Obwohl Luft für uns unsichtbar ist, spüren wir doch ihr Vorhandensein.
Luft macht immer Platz für Materie. Die Luft entweicht selbstverständlich aus einer Tasse, wenn ich etwas hineingieße. Genau so selbstverständlich füllt die Luft den Leerraum wieder aus, sobald er entsteht. Dieser Austausch findet überall automatisch statt.
Die Luft umhüllt unseren Planeten Erde wie eine Glocke. Luft ist überall. Sie verbindet alles Leben auf dieser Erde. Jedes Lebewesen wird von Luft "berührt" und umgeben. Luft passt sich an jede Form an. Die Verbindung, die Luft herstellt, ist locker und leicht, eben luftig.
Wir brauchen Luft, um zu sprechen. Dadurch schaffen wir lockere Verbindungen. Wir können mit jemand sprechen, ohne ihn materiell zu berühren. Wir brauchen ihn nicht einmal sehen, denn per Telefon können wir sprechen und hören. Luftige Verbindungen sind "unverbindlich". Es ist reichlich Raum dazwischen, Zwischenraum.
Wenn wir uns eingeengt fühlen, dann mangelt es uns an der notwendigen luftigen Distanz. Distanz hindert uns nicht daran, menschliche Nähe zu nehmen und zu geben. Im Gegenteil, die gesunde Distanz ermöglicht es erst, empfindsam aufeinander zuzugehen. Sie ermöglicht es auch, nach einer Zeit der Nähe wieder Abstand zu schaffen um dann erneut aufeinander zuzugehen. Wenn wir so miteinander umgehen, erleben wir eine befreiende Art, uns auszutauschen.
All diese Qualitäten müssen wir im Zeitalter des Menschen, im Wassermannzeitalter, viel mehr als bisher berücksichtigen und verwirklichen. Wir alle können helfen die Erde zu heilen, wenn wir an unserem Heilwerden und Einssein mit leichten Mitteln arbeiten. Die Erde und wir alle brauchen Spielraum, um leichter und lockerer zu werden. Dazu müssen wir persönliche und politische Grenzen überschreiten.
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